März 2007 - 14 Tage am legendären Lac de St. Cassien
Ein Bericht von Dieter Siebels
(Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden...)
Um 13:30 Uhr geht es los in Richtung Lac St. Cassien. Es regnet und es scheint, dass es so schnell auch nicht aufhört.
Nach 500 Kilometern passieren wir Luxemburg. Kurz Tanken und einen Kaffee, dann geht es weiter. Es regnet immer noch. Als wir Dijon erreichen hört es endlich auf zu regnen - draussen sind es 7 Grad.
Mittlerweile sind wir 1000 Kilometer gefahren und wir beschliessen ein Hotel in der Nähe von Lyon aufzusuchen. Ein Doppelzimmer mit Frühstück für 31,- Euro...da kann man nicht meckern. Und das Frühstück ist richtig gut!
Um 08:30 Uhr geht es weiter. Die letzten 500 Kilometer liegen vor uns. Je näher wir dem Cassien kommen, desto wärmer wird es.
Bei der Ausfahrt 39 (Ausfahrt zum Cassien) zeigt das Thermometer 19 Grad und die Sonne lacht.
Dann bei Martin Russel,die Karten gekauft und etwas Smalltalk mit ihm gehalten,es sind wenig Angler am See und es wird noch weniger Fisch gefangen. Stimmt...im ganzen Südarm sitzt nur ein Carpangler!
Dann weiter zur Brücke, kaum Angler am See! Freie Platzwahl,wann hat man das am Cassien?
Bei Le Clerc kaufen wir Proviant für ca. 3 Tage ein. Es empfiehlt sich von zu Hause nur für 2-3 Tage Verpflegung mitzunehmen. Vor Ort kann man alles bekommen und hat dann auch die Frische, anstatt 2 Wochen von Konserven zu leben.
Um 15:00Uhr stechen wir in See und machen es uns auf dem Brix-Platz bequem. Gegen 19:00 Uhr ist alles aufgebaut und wir gönnen uns ein Glas Wein mit Baguette.
Ich habe die Nacht unruhig geschlafen.
Um 07:30 Uhr geht die Sonne auf und ein herrlicher Tag beginnt. Der Coleman wird angeschmissen und zu Espresso gibt es Pfannkuchen mit Apfelmus. Beides immer wieder lecker.
Danach wird das Boot startklar gemacht und mit dem Echo alle Spots abgefahren. Wir beschliessen 2 plus 2 zu fischen um möglichst viel Fläche abzudecken.
Es wird sparsam gefüttert, denn was drin ist kriegt man nicht mehr raus. Natürlich ist hier die Futtermenge gemeint.
Nach getaner Arbeit und bei diesem Wetter schmeckt das kühle Bier besonders.
Anschließend besuchen wir abwechseld unsere Nachbarn. Rechts sitzt ein Franzose und links von uns - auf Kevin Ellis - ein Tscheche.
Der will 2 Monate lang für die Firma Jet Fisch-Boilies testen. Crazy!
Der heutige Tag vergeht rasend und wir brutzeln unser Abendmahl. Nudeln mit Würstchen und Tomatensauce. Als Absacker gibt es noch warmen Cappu mit Baileys.
(Ich gebe zu, es ist ein nachgemachter namens Queen Margot.)
Inzwischen ist es frisch geworden und wir werden in die Schlafsäcke kriechen. Ob heute Nacht was geht?
Morgen sind wir schlauer...
07:00Uhr morgens. Ein Blick aus dem Dome verrät: Es hat gefroren. Tagsüber 20 Grad und nachts Frost.
Bis jetzt waren die Bissanzeiger stumm geblieben, aber da geht bestimmt noch was.
Ich beschliesse mir einen Kaffee zu machen und geniesse die aufgehende Sonne. Es kehrt wieder Leben ein am Cassien, vor allem wegen den Autos die über die Brücke fahren. Die nerven ein wenig, aber man ist ja hier um Fische zu fangen und nicht zum erholen.
Clemens träumt sicher noch von Karpfen, in seinen Dome ist es noch ruhig.
10 Uhr - Erstmal Frühstücken, mit Rührei und Speck. Wenn schon die Carps nicht wollen, dann müssen wir wenigstens essen.
Auch dieser Tag vergeht rasend schnell. Gegen Abend werden die Fallen neu mit Friesenbaits-Boilies ausgelegt. Echt gute Köder! Die werden noch Fisch bringen, da sind wir uns sicher. Als gegen 21 Uhr das Themometer stetig fällt, legen wir uns ab.
Trotz Frühling sind die Nächte kalt und ein Winterschlafsack ist mehr als nur angebracht.
Gegen 5 Uhr macht sich mein RX bemerkbar. Endlich Carp...aber weit gefehlt.
Es ist eine Brasse, die nicht mal die harten Boilies schlucken konnte. Immer wieder ärgerlich,wenn sie die Köder nehmen. Einen Vorteil hat das aber: Fressen die Brassen, sind meistens auch die Carps auf Futtersuche. Danach tut sich aber nichts mehr.
Also Frühstück, abwaschen, Körperpflege und wir haben wieder zuviel Zeit die Sonne zu geniessen.
Clemens macht eine Erkundungstour in den Nordarm und ich binde neue Montagen. Ich werde ein Vorfach von 8 Meter(!) Länge binden und als Popup anbieten. Ich vermute, beim Durchschwimmen in den Westarm werden die Fische im Mittelwasser schwimmen.
Am Abend wird alles ausgelegt. Gar nicht so einfach 8 Meter Vorfach abzulegen, aber es gelingt mir.
Nach einer deftigen Mahlzeit plaudern wir noch über Montagen, Futtertaktiken und - bin ganz ehrlich - auch über Frauen.
Auch diese Nacht bleibt ruhig.
Nach ausgiebigem Frühstück mit sehr guter Laune, wird ein Einkaufszettel geschrieben: Komisch, Bier und Wein tauchen auch auf.
Ob es Carpangler gibt, die nie was trinken? Mir ist noch keiner über den Weg gelaufen.
Zur Völkerverständigung mache ich mich mit dem Zettel auf den Weg zu den Österreichern. Die waren noch nie bei Le Clerc. Sind zwei nette Jungs.
Der LeClerc hat alles was man braucht. Sogar Gampinggas, sehr günstig. Hier bekommt man auch kleines Angelzubehör und es gibt Salz in grossen Gebinden, ideal zum Konservieren der Murmeln.
Nach dem Einkauf werden die Leckereien probiert.
Aus dem Nichts taucht dabei plötzlich die Guard de Peche auf und will unsere Lizenz sehen. Bis wir das verstanden haben, dauert es - er spricht nur französisch.
Ich finde ein wenig englisch kann nie schaden.
An diesen Abend, nachdem wir wieder hervorragend gespeist hatten, beschliessen wir beim Abschlussbier am Donnerstag zu moven (Platzwechsel).
Am Morgen stellen wir fest,dass die Ruten nach wie vorwie Standuhren auf den Buzzers liegen.
Nach Rührei mit Speck und frischem Salat wird das ganze Tackle zusammen gepackt und auf den Booten verzurrt.
Gegen 13 Uhr legen wir ab und entsorgen unseren Müll in den Mülleimern, die sich zahlreich an der Brücke befinden.
Einfacher geht es nicht, seinen Müll zu entsorgen. Das sollte jeder auch so befolgen, da wir Carpangler immer beäugt werden.
Kurzer Smalltalk mit dem Engländer der am Brückenplateau fischt - auch er hat keinen Carp zu vermelden.
Wir legen ab und schippern weiter Richtung Platz 40 (Ungarnplatz).
Am Platz angekommen erstmal peilen wo die Ruten stehen müssen, da sich in 80 Meter Entfernung ein markantes Plateau befindet. Ab ins Boot und mit dem Echo ist das Plateau schnell gefunden.
Alles ist aufgebaut und bevor die Ruten rauskommen, bekommen wir Besuch von einen Franzosen der super englisch spricht.
Er hatte in der Nacht einen Carp. Das sind doch gute Voraussetzungen. Was so ein gemeinsames Bier für Vorteile bringt ist immer wieder erstaunlich.
18 Uhr - Alle Ruten sind perfekt abgelegt.
Wenn man den ganzen Tag aktiv ist, schlaucht es ein wenig und der Hunger kommt automatisch.
Unser Abendmenü besteht aus: Nudeln mit Tomatensauce und Würstchen, mit viel Zwiebeln und Knoblauch. Dazu ein Glas Wein. Prosit!
Ein Blick auf Uhr und Thermometer sagt: 22 Uhr und 3 Grad. Noch ein Warmgetränk und ab auf die Ultras.
Wir träumen von dicken 60er Carps und Blondinen, die unser Dome aufzusuchen...
Die Nacht blieb ruhig und die Abhakmatte wurde leider wieder geschont.
Heute steht Einkaufen auf dem Programm, da am Sonntag die Läden geschlossen haben.
Mittags besucht uns ein Carper aus Wittingen. Für uns ist er "der Oberstaber".
Er war Soldat. Er ist ein sehr netter und findet unseren Kaffee echt lecker - das hört man doch gern.
Einfach toll, bei ca. 18 Grad mit Gleichgesinnten zu Fachsimpeln.
Die Zeit vergeht wie im Fluge. Abends gibt es Reis - ja, der von Uncle Ben mit Fleischanlage.
Es ist wichtig abwechslungreiche Mahlzeiten einzunehmen.
Wir plaudern und geniessen die Umgebung und die Stimmung am See. Sieht bei Dunkelheit supi aus, eine beleuchtete Stadt die in den Bergen liegt.
Um 22 Uhr ist Zapfenstreich!
Um 7 Uhr geht hier schon die Sonne auf und um 8 Uhr sitzt man mit kurzer Hose. Was will man mehr? Natürlich Carps - ist doch klar!
Das Fühstück besteht aus Kaffee, Joghurt, Tomaten-Gurkensalat und Pfannkuchen mit Preisselbeeren. Danach ist Abwasch angesagt.
Es sollte heiss abgewaschen werden, wegen den Keimen - vor allem wenn Eier verwendet werden!
Mittags sitzen wir gemütlich bei Espresso und Keksen, als plötzlich Clemens' Rute von sich reden macht. Gibt es doch gar nicht!?!
Ja! Biss! Der Fisch zieht zügig Schnur von der Spule.
Ich mache das Boot startklar und schon befinden wir uns mitten auf dem See im Nordarm und das um genau 13:30 Uhr.
Der Carp zieht erstmal seine Bahnen und es bedarf den Einsatz aller Erfahrung mit Einsatz von Paddeln und E-Motor um den Carp zu ermüden.
Nach 10 Minuten sehen wir ihn das erstemal und das ist ein Grosser!
Jetz ist er kescherfertig und ab in die Maschen - PetriHeil!
An Land wird er gewogen und die Waage bleibt bei 44 Pfund stehen. Geiler Fisch, der Spiegler!
Einfach fängig die Murmeln von Harald!
Nachdem wir Bilder gemacht haben wird er wieder schonend zurückgesetzt. Ja, in Frankreich ist das Pflicht!
Jetzt wird erstmal mit einem Sekt angestossen. Das haben wir uns verdient und die ganze Anspannung ist wie weggeblasen.
Es steht und fällt immer mit Fisch. Trotzdem war die Moral bis dato einfach prächtig.
Man muss einfach an sich glauben, die Fische werden kommen.
Wir beschliessen genauso weiter zu fischen. Am Abend werden die Ruten neu ausgelegt und auf einmal klappt alles. Keine Schnur verheddert sich und das Paddeln fällt auch nicht mehr schwer.
Was so ein Fisch bewirken kann ist schon sehr erstaunlich: Irgendwie schmeckt das Essen zehnmal besser und der Wein auch.
Gegen 19:30 Uhr piept es an meiner Pop-up-Rute. Der Swinger bewegt sich aber nicht.
Um 20Uhr geht die Rute richtig ab! Anhieb und der Fisch zieht kräftig, doch plötzlich hängt die Schnur durch, der Kontakt ist abgebrochen.
Beim Einkurbeln hängt eine Brasse dran und es sieht nach einem Welsbiss aus! Mein erster Welsbiss und nicht gehakt.
Es ist frisch am Cassien geworden. Wir trinken noch einen Becher Cappu mit Baileys und legen uns ab.
Aber was ist das? Mein RX piept wie verrückt und in sekundenschnelle bin ich bei der Rute. Anhieb - Der Fisch sitzt!
Clemens sitzt schon im Boot und kurze Zeit später sind wir wieder auf dem Cassien unterwegs.
Wir stellen fest, dass es sehr nebelig geworden ist. Zum Glück besitzen wir ein Podlicht, was sich automatisch bei Dunkelheit einschaltet. So hat man eine gute Orientierung, wo das Lager sich befindet. Im Dunkeln und bei Nebel sieht alles gleich aus.
Dieses nützliche Teil sollte jeder haben. Sicherheit geht vor, wenn man mit dem Boot unterwegs ist!
Der Fisch wird langsam müde und gleich liegt er im Kescher. Da ist er...nicht ganz so gross, aber 30 Pfund wird der auch haben, was ich beim Einschalten der Kopflampe feststelle.
Ich schalte immer erst das Licht ein, wenn der Fisch im Kescher liegt. So wird er nicht erschreckt.
An Land stellt sich raus: 31 Pfund - schöner Spiegler, der auf zwei Friesenbaitspellets gebissen hat.
Nach der Fotosession wird er wieder seinem Element zurückgegeben!
Richtig! Es wird mit Sekt angestossen! Prosit!
Nach so einer Nacht steht man gerne auf. Alles fällt leichter. Man wäscht sogar gerne ab.
Am Mittag kommt Besuch aus Wittingen, der Kollege vom Oberstaber, auch ein sehr netter - mit einem Superschlauchboot.
Am Nachmittag taucht auf dem See ein Motorboot auf. Aha, wenig später wissen wir warum: Waldbrände!
Am Himmel tauchen auch schon die ersten Löschflugzeuge auf, die Wasser aus dem Cassien auftanken. Ein impossantes Schauspiel wenn die Flugzeuge vor deinen Ruten zu Wasser gehen. Es sind gelbrote Rosinenbomber - so nennen wir diese scherzhaft.
Wichtig ist: Man sollte sich dann nicht mit dem Boot mitten auf See befinden!
Die Flugzeuge landen mehrmals, wir hoffen, dass wir unsere Ruten vor Einbruch der Dunkelheit wieder rausbringen können. Wir schaffen es noch und der Wind wird zunehmend stärker.
Am Abend werden die beiden Fänge noch mal durchgespielt und das Glas Wein tut gut. Nachts piepen die Bissanzeiger, aber nur des Windes wegen. Also noch mal raus und die Empfindlichkeit eingestellt. Dann machen sich gute Pieper bezahlt. Nichts piept mehr in der Nacht...auch meine mit 4 Bigballs ausgelegte Welsrute nicht - Schade eigentlich.
Morgens pfeift der Wind sehr heftig und von Wärme keine Spur mehr. Die Sonne lässt sich auch nicht mehr blicken. Was fällt der Sonne ein, nicht mehr zu scheinen?
Es gibt Rührei mit Speck und Salat dazu ein Käffchen. Clemens fährt danach einkaufen und ich versuche meinen 5-Tage-Bart abzubekommen.
Der Wetterbericht sagt Orkanboen an. Wir hören dort immer Radio Riviera auf 106.5, der Sender ist englischsprachig und bringt gute Musik.
Gegen Nachmittags stürmt es sehr heftig. Ein Megamistral zerstört eines unserer Schlauchboote. Wahnsinn, wie das Boot weggefegt wurde. Der Wind hat eine Zerstörungskraft - Unglaublich! An diesem Tag waren keine Ruderer unterwegs, ein guter Hinweis darauf, dass sich wettermäßig etwas anbahnt.
Von diesem Schock haben wir uns gut erholt. Hauptsache uns ist nix passiert.
Abends schmeckt das Bier schon wieder!
Der Tag beginnt mit einem tollen Frühstück und bester Stimmung bei uns beiden. Auch nach 12 Tagen verstehen wir uns hervorragend.
Bei solch einen Trip ist es sehr wichtig, dass man einen verlässlichen Partner neben sich hat. Einer mit Heimweh oder ein Frischverliebter ist dann nicht von Vorteil.
Mittags moven 2 nette Österreicher, die sich trotz des starken Windes auf See befinden. Sie legen kurz an. Ich gebe ihnen den Rat nicht mehr rauszufahren, sondern die nächsten 500 Meter am Ufer mit Boot im Schlepptau zu laufen - Safety first!
Sie befolgen meinen Rat. Es sieht lustig aus, aber nach einer halben Stunde haben auch sie ihr Ziel sicher erreicht. Per Walki wünschen wir ihnen viel Glück beim Aufbau.
Abends wird mal wieder lecker gegessen und ein Bierchen vernichtet. Wichtig: Man sollte den Konsum von Alkohol auf ein Minimum begrenzen. Allein um keine Angriffsflächen zu bieten. Mit betrunkenen und randalierenden Anglern machen die Polizisten kurzen Prozess. Es wurden schon welche in Handschellen abgeführt, man hat ihnen dann nicht mal die Zeit gelassen, das Tackle einzupacken.
Gegen 22 Uhr meldet sich meine Alarmanlage und was war? Zwei Polizisten stehen vor uns.
Sie fragten uns, ob wir die Notsignalrakete gesehen hätten. Wir verneinten und wünschten ihnen noch einen angenehmen Dienst.
So schnell kann es gehen, auf einmal stehen sie vor einem. Und ist am Platz alles sauber und der Kocher steht im Dome, dann gibt es nie Ärger mit der Polizei.
Ist das nicht so, dann packt ihr ein - glaubt es mir!
Es kehrt wieder Ruhe ein am Cassien.
Morgens stellen wir fest: Alle Rute haben sich nicht bewegt, man könnte auch Standuhr zu ihnen sagen.
Bei herrlichstem Sonnenschein beschliessen wir, es uns noch einmal so richtig gut gehen zu lassen. Nur das Beste an Lebensmitteln und der beste Wein sollen den letzten Tag abrunden.
Am Abend werden alle Ruten neu beködert.
Wir schauen uns an - Wo sind die zwei Wochen geblieben?
Gegen 22 Uhr ist es schon minus 1 Grad. Das wird eine kalte Nacht.
Auch diese Nacht blieb ruhig aber es hat minus 5 Grad gefroren.
Statt mit T-Shirt sitzen wir nun mit Fleeceanzug beim Frühstück. Es wird ausgiebig gegessen und um 10 Uhr fangen wir mit dem Abbauen an.
Die Sonne hat viel Kraft und somit sind alle Sachen beim Verstauen trocken.
Gegen 13 Uhr legen wir am Brückenplatz an und beladen unseren Combi.
14 Uhr - Abmarsch ! Mit einem letztem Blick auf den Mythos Cassien fahren wir ab.
Da wir unsere Rückreise mit Übernachtung einplanen - was ich nur empfehlen kann - bauen wir einen Abstecher zu den Schönen und Reichen ein und fahren nach Cannes.
Das hat was, dort einen Kaffee zu schlürfen.
So jetzt aber nach Hause!
Das Wetter ist fantastisch und wir erleben wieder einen der tollen Sonnenuntergänge, allerdings auf der Autobahn. Gegen 24 Uhr erreichen wir Dijon und quartieren uns im Hotel ein.
Am Freitagmorgen gegen 7 Uhr trauen wir unseren Augen nicht. Es hat über Nacht tatsächlich geschneit und die nächsten 200 Kilometer Richtung Luxemburg gestalten sich schwierig.
In Luxemburg ist der Spuk vorbei. Kurz tanken und ein Käffchen für uns, dann geht's weiter.
Je näher wir Ostfriesland kommen, desto wärmer wird es.
In Aurich haben wir 11 Grad als wir das Ortschild erreichen. Ein schöner Trip - mit 2 tollen Fischen und super Erlebnissen - neigt sich dem Ende entgegen.
Es wird schwer fallen sich nach diesen Eindrücken dazu zu motivieren, sich an unsere eher spärlich mit Dicken besetzten Gewässer zu setzen.
Besonderen Dank an die Firma Friesenbaits, die uns mit Boilies und T-Sirts unterstützt hat!
The End - Dieter Siebels
Tag 1 - Freitag 09. März 2007
Um 13:30 Uhr geht es los in Richtung Lac St. Cassien. Es regnet und es scheint, dass es so schnell auch nicht aufhört.
Nach 500 Kilometern passieren wir Luxemburg. Kurz Tanken und einen Kaffee, dann geht es weiter. Es regnet immer noch. Als wir Dijon erreichen hört es endlich auf zu regnen - draussen sind es 7 Grad.
Mittlerweile sind wir 1000 Kilometer gefahren und wir beschliessen ein Hotel in der Nähe von Lyon aufzusuchen. Ein Doppelzimmer mit Frühstück für 31,- Euro...da kann man nicht meckern. Und das Frühstück ist richtig gut!
Tag 2 - Samstag 10. März 2007
Um 08:30 Uhr geht es weiter. Die letzten 500 Kilometer liegen vor uns. Je näher wir dem Cassien kommen, desto wärmer wird es.
Bei der Ausfahrt 39 (Ausfahrt zum Cassien) zeigt das Thermometer 19 Grad und die Sonne lacht.
Dann bei Martin Russel,die Karten gekauft und etwas Smalltalk mit ihm gehalten,es sind wenig Angler am See und es wird noch weniger Fisch gefangen. Stimmt...im ganzen Südarm sitzt nur ein Carpangler!
Dann weiter zur Brücke, kaum Angler am See! Freie Platzwahl,wann hat man das am Cassien?
Bei Le Clerc kaufen wir Proviant für ca. 3 Tage ein. Es empfiehlt sich von zu Hause nur für 2-3 Tage Verpflegung mitzunehmen. Vor Ort kann man alles bekommen und hat dann auch die Frische, anstatt 2 Wochen von Konserven zu leben.
Um 15:00Uhr stechen wir in See und machen es uns auf dem Brix-Platz bequem. Gegen 19:00 Uhr ist alles aufgebaut und wir gönnen uns ein Glas Wein mit Baguette.
Tag 3 - Sonntag 11. März 2007
Ich habe die Nacht unruhig geschlafen.
Um 07:30 Uhr geht die Sonne auf und ein herrlicher Tag beginnt. Der Coleman wird angeschmissen und zu Espresso gibt es Pfannkuchen mit Apfelmus. Beides immer wieder lecker.
Danach wird das Boot startklar gemacht und mit dem Echo alle Spots abgefahren. Wir beschliessen 2 plus 2 zu fischen um möglichst viel Fläche abzudecken.
Es wird sparsam gefüttert, denn was drin ist kriegt man nicht mehr raus. Natürlich ist hier die Futtermenge gemeint.
Nach getaner Arbeit und bei diesem Wetter schmeckt das kühle Bier besonders.
Anschließend besuchen wir abwechseld unsere Nachbarn. Rechts sitzt ein Franzose und links von uns - auf Kevin Ellis - ein Tscheche.
Der will 2 Monate lang für die Firma Jet Fisch-Boilies testen. Crazy!
Der heutige Tag vergeht rasend und wir brutzeln unser Abendmahl. Nudeln mit Würstchen und Tomatensauce. Als Absacker gibt es noch warmen Cappu mit Baileys.
(Ich gebe zu, es ist ein nachgemachter namens Queen Margot.)
Inzwischen ist es frisch geworden und wir werden in die Schlafsäcke kriechen. Ob heute Nacht was geht?
Morgen sind wir schlauer...
Tag 4 - Montag 12. März 2007
07:00Uhr morgens. Ein Blick aus dem Dome verrät: Es hat gefroren. Tagsüber 20 Grad und nachts Frost.
Bis jetzt waren die Bissanzeiger stumm geblieben, aber da geht bestimmt noch was.
Ich beschliesse mir einen Kaffee zu machen und geniesse die aufgehende Sonne. Es kehrt wieder Leben ein am Cassien, vor allem wegen den Autos die über die Brücke fahren. Die nerven ein wenig, aber man ist ja hier um Fische zu fangen und nicht zum erholen.
Clemens träumt sicher noch von Karpfen, in seinen Dome ist es noch ruhig.
10 Uhr - Erstmal Frühstücken, mit Rührei und Speck. Wenn schon die Carps nicht wollen, dann müssen wir wenigstens essen.
Auch dieser Tag vergeht rasend schnell. Gegen Abend werden die Fallen neu mit Friesenbaits-Boilies ausgelegt. Echt gute Köder! Die werden noch Fisch bringen, da sind wir uns sicher. Als gegen 21 Uhr das Themometer stetig fällt, legen wir uns ab.
Trotz Frühling sind die Nächte kalt und ein Winterschlafsack ist mehr als nur angebracht.
Tag 5 - Dienstag 13. März 2007
Gegen 5 Uhr macht sich mein RX bemerkbar. Endlich Carp...aber weit gefehlt.
Es ist eine Brasse, die nicht mal die harten Boilies schlucken konnte. Immer wieder ärgerlich,wenn sie die Köder nehmen. Einen Vorteil hat das aber: Fressen die Brassen, sind meistens auch die Carps auf Futtersuche. Danach tut sich aber nichts mehr.
Also Frühstück, abwaschen, Körperpflege und wir haben wieder zuviel Zeit die Sonne zu geniessen.
Clemens macht eine Erkundungstour in den Nordarm und ich binde neue Montagen. Ich werde ein Vorfach von 8 Meter(!) Länge binden und als Popup anbieten. Ich vermute, beim Durchschwimmen in den Westarm werden die Fische im Mittelwasser schwimmen.
Am Abend wird alles ausgelegt. Gar nicht so einfach 8 Meter Vorfach abzulegen, aber es gelingt mir.
Nach einer deftigen Mahlzeit plaudern wir noch über Montagen, Futtertaktiken und - bin ganz ehrlich - auch über Frauen.
Auch diese Nacht bleibt ruhig.
Tag 6 - Mittwoch 14. März 2007
Nach ausgiebigem Frühstück mit sehr guter Laune, wird ein Einkaufszettel geschrieben: Komisch, Bier und Wein tauchen auch auf.
Ob es Carpangler gibt, die nie was trinken? Mir ist noch keiner über den Weg gelaufen.
Zur Völkerverständigung mache ich mich mit dem Zettel auf den Weg zu den Österreichern. Die waren noch nie bei Le Clerc. Sind zwei nette Jungs.
Der LeClerc hat alles was man braucht. Sogar Gampinggas, sehr günstig. Hier bekommt man auch kleines Angelzubehör und es gibt Salz in grossen Gebinden, ideal zum Konservieren der Murmeln.
Nach dem Einkauf werden die Leckereien probiert.
Aus dem Nichts taucht dabei plötzlich die Guard de Peche auf und will unsere Lizenz sehen. Bis wir das verstanden haben, dauert es - er spricht nur französisch.
Ich finde ein wenig englisch kann nie schaden.
An diesen Abend, nachdem wir wieder hervorragend gespeist hatten, beschliessen wir beim Abschlussbier am Donnerstag zu moven (Platzwechsel).
Tag 7 - Donnerstag 15. März 2007
Am Morgen stellen wir fest,dass die Ruten nach wie vorwie Standuhren auf den Buzzers liegen.
Nach Rührei mit Speck und frischem Salat wird das ganze Tackle zusammen gepackt und auf den Booten verzurrt.
Gegen 13 Uhr legen wir ab und entsorgen unseren Müll in den Mülleimern, die sich zahlreich an der Brücke befinden.
Einfacher geht es nicht, seinen Müll zu entsorgen. Das sollte jeder auch so befolgen, da wir Carpangler immer beäugt werden.
Kurzer Smalltalk mit dem Engländer der am Brückenplateau fischt - auch er hat keinen Carp zu vermelden.
Wir legen ab und schippern weiter Richtung Platz 40 (Ungarnplatz).
Am Platz angekommen erstmal peilen wo die Ruten stehen müssen, da sich in 80 Meter Entfernung ein markantes Plateau befindet. Ab ins Boot und mit dem Echo ist das Plateau schnell gefunden.
Alles ist aufgebaut und bevor die Ruten rauskommen, bekommen wir Besuch von einen Franzosen der super englisch spricht.
Er hatte in der Nacht einen Carp. Das sind doch gute Voraussetzungen. Was so ein gemeinsames Bier für Vorteile bringt ist immer wieder erstaunlich.
18 Uhr - Alle Ruten sind perfekt abgelegt.
Wenn man den ganzen Tag aktiv ist, schlaucht es ein wenig und der Hunger kommt automatisch.
Unser Abendmenü besteht aus: Nudeln mit Tomatensauce und Würstchen, mit viel Zwiebeln und Knoblauch. Dazu ein Glas Wein. Prosit!
Ein Blick auf Uhr und Thermometer sagt: 22 Uhr und 3 Grad. Noch ein Warmgetränk und ab auf die Ultras.
Wir träumen von dicken 60er Carps und Blondinen, die unser Dome aufzusuchen...
Tag 8 - Freitag 16. März 2007
Die Nacht blieb ruhig und die Abhakmatte wurde leider wieder geschont.
Heute steht Einkaufen auf dem Programm, da am Sonntag die Läden geschlossen haben.
Mittags besucht uns ein Carper aus Wittingen. Für uns ist er "der Oberstaber".
Er war Soldat. Er ist ein sehr netter und findet unseren Kaffee echt lecker - das hört man doch gern.
Einfach toll, bei ca. 18 Grad mit Gleichgesinnten zu Fachsimpeln.
Die Zeit vergeht wie im Fluge. Abends gibt es Reis - ja, der von Uncle Ben mit Fleischanlage.
Es ist wichtig abwechslungreiche Mahlzeiten einzunehmen.
Wir plaudern und geniessen die Umgebung und die Stimmung am See. Sieht bei Dunkelheit supi aus, eine beleuchtete Stadt die in den Bergen liegt.
Um 22 Uhr ist Zapfenstreich!
Tag 9 - Samstag 17. März 2007
Um 7 Uhr geht hier schon die Sonne auf und um 8 Uhr sitzt man mit kurzer Hose. Was will man mehr? Natürlich Carps - ist doch klar!
Das Fühstück besteht aus Kaffee, Joghurt, Tomaten-Gurkensalat und Pfannkuchen mit Preisselbeeren. Danach ist Abwasch angesagt.
Es sollte heiss abgewaschen werden, wegen den Keimen - vor allem wenn Eier verwendet werden!
Mittags sitzen wir gemütlich bei Espresso und Keksen, als plötzlich Clemens' Rute von sich reden macht. Gibt es doch gar nicht!?!
Ja! Biss! Der Fisch zieht zügig Schnur von der Spule.
Ich mache das Boot startklar und schon befinden wir uns mitten auf dem See im Nordarm und das um genau 13:30 Uhr.
Der Carp zieht erstmal seine Bahnen und es bedarf den Einsatz aller Erfahrung mit Einsatz von Paddeln und E-Motor um den Carp zu ermüden.
Nach 10 Minuten sehen wir ihn das erstemal und das ist ein Grosser!
Jetz ist er kescherfertig und ab in die Maschen - PetriHeil!
An Land wird er gewogen und die Waage bleibt bei 44 Pfund stehen. Geiler Fisch, der Spiegler!
Einfach fängig die Murmeln von Harald!
Nachdem wir Bilder gemacht haben wird er wieder schonend zurückgesetzt. Ja, in Frankreich ist das Pflicht!
Jetzt wird erstmal mit einem Sekt angestossen. Das haben wir uns verdient und die ganze Anspannung ist wie weggeblasen.
Es steht und fällt immer mit Fisch. Trotzdem war die Moral bis dato einfach prächtig.
Man muss einfach an sich glauben, die Fische werden kommen.
Wir beschliessen genauso weiter zu fischen. Am Abend werden die Ruten neu ausgelegt und auf einmal klappt alles. Keine Schnur verheddert sich und das Paddeln fällt auch nicht mehr schwer.
Was so ein Fisch bewirken kann ist schon sehr erstaunlich: Irgendwie schmeckt das Essen zehnmal besser und der Wein auch.
Gegen 19:30 Uhr piept es an meiner Pop-up-Rute. Der Swinger bewegt sich aber nicht.
Um 20Uhr geht die Rute richtig ab! Anhieb und der Fisch zieht kräftig, doch plötzlich hängt die Schnur durch, der Kontakt ist abgebrochen.
Beim Einkurbeln hängt eine Brasse dran und es sieht nach einem Welsbiss aus! Mein erster Welsbiss und nicht gehakt.
Es ist frisch am Cassien geworden. Wir trinken noch einen Becher Cappu mit Baileys und legen uns ab.
Aber was ist das? Mein RX piept wie verrückt und in sekundenschnelle bin ich bei der Rute. Anhieb - Der Fisch sitzt!
Clemens sitzt schon im Boot und kurze Zeit später sind wir wieder auf dem Cassien unterwegs.
Wir stellen fest, dass es sehr nebelig geworden ist. Zum Glück besitzen wir ein Podlicht, was sich automatisch bei Dunkelheit einschaltet. So hat man eine gute Orientierung, wo das Lager sich befindet. Im Dunkeln und bei Nebel sieht alles gleich aus.
Dieses nützliche Teil sollte jeder haben. Sicherheit geht vor, wenn man mit dem Boot unterwegs ist!
Der Fisch wird langsam müde und gleich liegt er im Kescher. Da ist er...nicht ganz so gross, aber 30 Pfund wird der auch haben, was ich beim Einschalten der Kopflampe feststelle.
Ich schalte immer erst das Licht ein, wenn der Fisch im Kescher liegt. So wird er nicht erschreckt.
An Land stellt sich raus: 31 Pfund - schöner Spiegler, der auf zwei Friesenbaitspellets gebissen hat.
Nach der Fotosession wird er wieder seinem Element zurückgegeben!
Richtig! Es wird mit Sekt angestossen! Prosit!
Tag 10 - Sonntag 18. März 2007
Nach so einer Nacht steht man gerne auf. Alles fällt leichter. Man wäscht sogar gerne ab.
Am Mittag kommt Besuch aus Wittingen, der Kollege vom Oberstaber, auch ein sehr netter - mit einem Superschlauchboot.
Am Nachmittag taucht auf dem See ein Motorboot auf. Aha, wenig später wissen wir warum: Waldbrände!
Am Himmel tauchen auch schon die ersten Löschflugzeuge auf, die Wasser aus dem Cassien auftanken. Ein impossantes Schauspiel wenn die Flugzeuge vor deinen Ruten zu Wasser gehen. Es sind gelbrote Rosinenbomber - so nennen wir diese scherzhaft.
Wichtig ist: Man sollte sich dann nicht mit dem Boot mitten auf See befinden!
Die Flugzeuge landen mehrmals, wir hoffen, dass wir unsere Ruten vor Einbruch der Dunkelheit wieder rausbringen können. Wir schaffen es noch und der Wind wird zunehmend stärker.
Am Abend werden die beiden Fänge noch mal durchgespielt und das Glas Wein tut gut. Nachts piepen die Bissanzeiger, aber nur des Windes wegen. Also noch mal raus und die Empfindlichkeit eingestellt. Dann machen sich gute Pieper bezahlt. Nichts piept mehr in der Nacht...auch meine mit 4 Bigballs ausgelegte Welsrute nicht - Schade eigentlich.
Tag 11 - Montag 19. März 2007
Morgens pfeift der Wind sehr heftig und von Wärme keine Spur mehr. Die Sonne lässt sich auch nicht mehr blicken. Was fällt der Sonne ein, nicht mehr zu scheinen?
Es gibt Rührei mit Speck und Salat dazu ein Käffchen. Clemens fährt danach einkaufen und ich versuche meinen 5-Tage-Bart abzubekommen.
Der Wetterbericht sagt Orkanboen an. Wir hören dort immer Radio Riviera auf 106.5, der Sender ist englischsprachig und bringt gute Musik.
Gegen Nachmittags stürmt es sehr heftig. Ein Megamistral zerstört eines unserer Schlauchboote. Wahnsinn, wie das Boot weggefegt wurde. Der Wind hat eine Zerstörungskraft - Unglaublich! An diesem Tag waren keine Ruderer unterwegs, ein guter Hinweis darauf, dass sich wettermäßig etwas anbahnt.
Von diesem Schock haben wir uns gut erholt. Hauptsache uns ist nix passiert.
Abends schmeckt das Bier schon wieder!
Tag 12 - Dienstag 20. März 2007
Der Tag beginnt mit einem tollen Frühstück und bester Stimmung bei uns beiden. Auch nach 12 Tagen verstehen wir uns hervorragend.
Bei solch einen Trip ist es sehr wichtig, dass man einen verlässlichen Partner neben sich hat. Einer mit Heimweh oder ein Frischverliebter ist dann nicht von Vorteil.
Mittags moven 2 nette Österreicher, die sich trotz des starken Windes auf See befinden. Sie legen kurz an. Ich gebe ihnen den Rat nicht mehr rauszufahren, sondern die nächsten 500 Meter am Ufer mit Boot im Schlepptau zu laufen - Safety first!
Sie befolgen meinen Rat. Es sieht lustig aus, aber nach einer halben Stunde haben auch sie ihr Ziel sicher erreicht. Per Walki wünschen wir ihnen viel Glück beim Aufbau.
Abends wird mal wieder lecker gegessen und ein Bierchen vernichtet. Wichtig: Man sollte den Konsum von Alkohol auf ein Minimum begrenzen. Allein um keine Angriffsflächen zu bieten. Mit betrunkenen und randalierenden Anglern machen die Polizisten kurzen Prozess. Es wurden schon welche in Handschellen abgeführt, man hat ihnen dann nicht mal die Zeit gelassen, das Tackle einzupacken.
Gegen 22 Uhr meldet sich meine Alarmanlage und was war? Zwei Polizisten stehen vor uns.
Sie fragten uns, ob wir die Notsignalrakete gesehen hätten. Wir verneinten und wünschten ihnen noch einen angenehmen Dienst.
So schnell kann es gehen, auf einmal stehen sie vor einem. Und ist am Platz alles sauber und der Kocher steht im Dome, dann gibt es nie Ärger mit der Polizei.
Ist das nicht so, dann packt ihr ein - glaubt es mir!
Es kehrt wieder Ruhe ein am Cassien.
Tag 13 - Mittwoch 21. März 2007
Morgens stellen wir fest: Alle Rute haben sich nicht bewegt, man könnte auch Standuhr zu ihnen sagen.
Bei herrlichstem Sonnenschein beschliessen wir, es uns noch einmal so richtig gut gehen zu lassen. Nur das Beste an Lebensmitteln und der beste Wein sollen den letzten Tag abrunden.
Am Abend werden alle Ruten neu beködert.
Wir schauen uns an - Wo sind die zwei Wochen geblieben?
Gegen 22 Uhr ist es schon minus 1 Grad. Das wird eine kalte Nacht.
Tag 14 - Donnerstag 22. März 2007
Auch diese Nacht blieb ruhig aber es hat minus 5 Grad gefroren.
Statt mit T-Shirt sitzen wir nun mit Fleeceanzug beim Frühstück. Es wird ausgiebig gegessen und um 10 Uhr fangen wir mit dem Abbauen an.
Die Sonne hat viel Kraft und somit sind alle Sachen beim Verstauen trocken.
Gegen 13 Uhr legen wir am Brückenplatz an und beladen unseren Combi.
14 Uhr - Abmarsch ! Mit einem letztem Blick auf den Mythos Cassien fahren wir ab.
Da wir unsere Rückreise mit Übernachtung einplanen - was ich nur empfehlen kann - bauen wir einen Abstecher zu den Schönen und Reichen ein und fahren nach Cannes.
Das hat was, dort einen Kaffee zu schlürfen.
So jetzt aber nach Hause!
Das Wetter ist fantastisch und wir erleben wieder einen der tollen Sonnenuntergänge, allerdings auf der Autobahn. Gegen 24 Uhr erreichen wir Dijon und quartieren uns im Hotel ein.
Am Freitagmorgen gegen 7 Uhr trauen wir unseren Augen nicht. Es hat über Nacht tatsächlich geschneit und die nächsten 200 Kilometer Richtung Luxemburg gestalten sich schwierig.
In Luxemburg ist der Spuk vorbei. Kurz tanken und ein Käffchen für uns, dann geht's weiter.
Je näher wir Ostfriesland kommen, desto wärmer wird es.
In Aurich haben wir 11 Grad als wir das Ortschild erreichen. Ein schöner Trip - mit 2 tollen Fischen und super Erlebnissen - neigt sich dem Ende entgegen.
Es wird schwer fallen sich nach diesen Eindrücken dazu zu motivieren, sich an unsere eher spärlich mit Dicken besetzten Gewässer zu setzen.
Besonderen Dank an die Firma Friesenbaits, die uns mit Boilies und T-Sirts unterstützt hat!
The End - Dieter Siebels

































