Richtig Füttern

Diese kleine Anleitung soll darstellen, dass eine Fütterungskampagne in kleinen Ostfriesischen Kanälen nicht teuer sein muss, trotzdem aber höchst effektiv sein kann.
Die Wahl der richtigen Stelle - "Location"
Die Wahl der Angelstelle ist auch an unseren kleinen Kanälen essentiell wichtig. In dem von mir gewählten Beispiel (Bild oben) haben wir zwei Seerosenfelder welche sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Die genaue Entfernung beträgt sieben Meter, dazwischen ist eine leichte Fahrrinne. Die Stelle wurde aus folgendem Grund gewählt: Die nächsten Seerosenfelder (welche in diesem Teilstück eigentlich sehr häufig vorkommen), sind erst wieder in ungefährt 100 Metern Entfernung.
Damit stellen diese Felder, mit einer ungefähren Länge von jeweils 15 Metern eine Besonderheit im eigentlich relativ eintönigen Kanalverlauf dar.
Der zweite Faktor ist, dass die Fische an diesen Orten natürliche Nahrung finden werden. Zum einen können sich kleinste Tiere (wie Larven, Schnecken, usw.) an den Stängeln der Felder festsetzen und gefressen werden, zum anderen saugen Karpfen die Blätter von unten nach Fressbarem ab.
Punkt drei auf der Liste ist, dass die Karpfen einen Ort haben, an dem sie sich sicher fühlen werden, da das Dickicht des Feldes ihnen Schutz gewährt, sei es von oben oder von den Seiten aus. Diese Eigenschaft macht es auch möglich das die Fische die Felder als „while Points“ ansehen. Dieses bedeutet nichts anderes, als Punkte an denen sich Karpfen oder andere Fische länger aufhalten und diese quasi als ihr „Territorium“ ansehen.
Der Boden des Gewässers ist schlammig, da ich aber bereits einen Platz gefunden habe, an dem mit einiger Sicherheit Fische fressen werden, sehe ich diese Bodenbeschaffenheit als eher zweitrangig an.
Als Tipp: Falls ihr zu den oben genannten Eigenschaften noch eine Harte Stelle (Veränderung des Schlammes in z. B. Kiesboden) findet sollte diese auch ganz gezielt befischt werden!
Damit stellen diese Felder, mit einer ungefähren Länge von jeweils 15 Metern eine Besonderheit im eigentlich relativ eintönigen Kanalverlauf dar.
Der zweite Faktor ist, dass die Fische an diesen Orten natürliche Nahrung finden werden. Zum einen können sich kleinste Tiere (wie Larven, Schnecken, usw.) an den Stängeln der Felder festsetzen und gefressen werden, zum anderen saugen Karpfen die Blätter von unten nach Fressbarem ab.
Punkt drei auf der Liste ist, dass die Karpfen einen Ort haben, an dem sie sich sicher fühlen werden, da das Dickicht des Feldes ihnen Schutz gewährt, sei es von oben oder von den Seiten aus. Diese Eigenschaft macht es auch möglich das die Fische die Felder als „while Points“ ansehen. Dieses bedeutet nichts anderes, als Punkte an denen sich Karpfen oder andere Fische länger aufhalten und diese quasi als ihr „Territorium“ ansehen.
Der Boden des Gewässers ist schlammig, da ich aber bereits einen Platz gefunden habe, an dem mit einiger Sicherheit Fische fressen werden, sehe ich diese Bodenbeschaffenheit als eher zweitrangig an.
Als Tipp: Falls ihr zu den oben genannten Eigenschaften noch eine Harte Stelle (Veränderung des Schlammes in z. B. Kiesboden) findet sollte diese auch ganz gezielt befischt werden!
Ein bißchen Mathematik: Die richtige Futtermenge berechnen
Da nun die Grundvoraussetzung zum Fische fangen gegeben ist, müssen wir unser Futter dementsprechend anpassen. Ich gehe von (Karpfen)Trupps von etwa zehn Fischen pro Tag aus, die den Platz besuchen werden. Das mag zunächst etwas hochgegriffen klingen, doch wegen der hohen Anzahl von Weißfischen in dem Gewässer muss man schon ein wenig füttern damit der Zielfisch Karpfen auch noch etwas über behält. Da ich diesen Bericht im Sommer schreibe, gehe ich davon aus, dass die Fische in etwa 5% ihres Körpergewichts fressen werden.
Laut dem Bericht „Wieso, weshalb, warum“ von Dr. Robert Arlinghaus (den übrigens jeder Karpfenangler zumindestens ein Mal gelesen haben sollte) frisst ein Karpfen täglich mindestens 2% und maximal 10% seines eigenen Körpergewichts. Ich nehme einen Mittelwert von 5%, da ich davon ausgehe, dass die Fische zwar fressen werden, jedoch das Wasser noch relativ warm ist (ca. 19°C). Das wird dazu führen, dass sie noch nicht wieder ganz so „mobil“ sind, wie zum Beispiel im Herbst, wenn es darum geht sich Winterspeck anzufressen.
Zur Berechnung: Was braucht man nun dafür? Wir nehmen a) Die Zahl der zu erwarteten Karpfen (in diesem Falle 10) und multiplizieren mit b), dem geschätzten Durchschnitts Gewicht der Fische des Gewässer (in diesem Fall 15 Pfund).
In Zahlen also: 10 x 15 (10 Fische x 15 Pfund). Als Ergebnis erhalten wir c) das Gesamtgewicht der zu erwartenden Fische des Platzes für 24 Stunden, also in diesem Falle: 150 Pfund.
Da wir davon nun 5% benötigen rechnen wir: 150 geteilt durch 100 und dann mal 5 (oder kürzer 150 mal 0,05) und erhalten 7,5 Pfund - die benötigte Futtermenge pro Tag.
Das mag nun vielleicht viel klingen, wenn man allerdings bedenkt, dass von unserem Futter neben den Karpfen auch eine Menge Weißfische mitfressen werden, ist es innerhalb von 24 Stunden in einem Kanalstück gar nicht mehr so viel.
Jetzt aber ab ans Wasser
Für diejenigen die nach der ganzen Mathematik noch weiter lesen mögen, wird nun beschrieben wie ich diese Plätze dann füttere. Da ich davon ausgehe, dass die Fische die Location als natürlichen Fressplatz ansehen, braucht man die Fische nicht an den Platz gewöhnen. Daher habe ich beschlossen, die Felder drei Tage lang zu füttern um eine stärkere Bindung zum Platz herzustellen und die Fische zum verweilen zu bewegen.Futterkampagne, Tag 1
Da ich am Anfang ja geschrieben hatte, dass Füttern nicht unbedingt immer teuer sein muss aber trotzdem erfolgreich sein kann, starten wir unsere Kampagne mit dem Klassiker Mais.Wohl jeder Karpfen wird den Geschmack von Mais kennen, sei es durch andere Angler oder durch die in Ihrer Aufzucht gefütterten Maispellets. Außerdem enthält Mais die Nährstoffe, die Fische für ihren täglichen Verbrauch benötigen und das bei gleichzeitig sehr guter Verdaulichkeit der gelben Körner. Ich habe den Maisanteil für den ersten Tag auf vier Pfund gesetzt. Wenn man für einen 20-Kilo-Sack 20 Euro rechnet (was schon sehr hoch gegriffen ist), kommt man also bei vier Pfund auf Kosten von 2,00 Euro.
Zusätzlich bereichern wir unser Futter mit zwei Pfund Tigernüssen, welche man im Handel für etwa 50 Euro pro 20 Kilo-Sack bekommt. Damit haben wir eine Investition von 2,50 Euro für die Nüsse. Tigernüsse sind im Vergleich zu Mais zwar recht teuer, allerdings gelten sie als selektiver und werden nicht so häufig von Brassen gefressen (bitte glaubt nicht an das Ammenmärchen, das Brassen NIE Tigernüsse fressen werden..).
Ein weiterer Vorteil von Tigernüssen ist, dass sie die Fische nicht sättigen werden, da sie nur zu etwa 2–5% vom Karpfen verdaut werden können (genauere Verdauungszahlen habe ich bislang noch nirgendwo gefunden). Doch was passiert nun mit dem ausgeschiedenen Rest der Tigernüsse? Richtig, die Fische füttern für uns ganze Bereich weiter, nämlich genau dort wo sie ihre Notdurft verrichten werden.
Vervollständigt wird unser Futter durch 1½ Pfund Hanf. Dieser ist für ungefähr 25 Euro pro 20-Kilo-Sack erhältlich, damit erhalten wir einen Preis von rund 0,94 Euro für den Hanf.
Karpfen lieben Hanf, Weißfische allerdings auch! Daher kann es bei einer noch geringeren Menge vorkommen, dass die Karpfen nichts mehr vom Hanf vorfinden, wenn sie erstmal den Platz gefunden haben. Deswegen würde ich Hanf auch nicht (oder nur sehr selten) an Plätzen füttern, wo ich keine Karpfen direkt anzutreffen erwarte (das allseits bekannte „Fische an Plätze gewöhnen“).
Alles zusammen gerechnet erhalten wir somit für den ersten Tag Gesamtkosten (ausschließlich für Futter) von: 2,00 Euro (Mais) + 2,50 Euro (Tigernüsse) + 0,94 Euro (Hanf) = 5,44 Euro.
Gefüttert wird die Menge dann auf das gesamte Seerosenfeld, welches eine geschätzte Gesamtgrösse der ersten Futteraktion von 30m² ergibt (schon wieder die Feststellung, dass die Menge doch recht gering ist).
Gefüttert wird die Menge dann auf das gesamte Seerosenfeld, welches eine geschätzte Gesamtgrösse der ersten Futteraktion von 30m² ergibt (schon wieder die Feststellung, dass die Menge doch recht gering ist).
Futterkampagne, Tag 2
Am zweiten Tag verändere ich das Futter nur leicht, indem ich einen Anteil hinaus nehme.Wir mischen unseren Partikelmix wieder mit vier Pfund Mais (Kosten: 2,00 Euro) sowie zwei Pfund Tigernüssen (Kosten: 2,50 Euro) an und erhalten so Gesamtkosten von 4,50 Euro.
Um nun selektiver Karpfen zu füttern, verwende ich für die restlichen 1½ Pfund: Boilies! In meinem Fall für den Sommer: Friesenbaits–Creme Ananas.
Mit einem Wert von knapp 5 Euro (bei einem Kilopreis von 6,70 Euro) für diese Menge verfüttern wir die gleiche Sorte Boilies, die nacher auch als Hakenköder dienen wird und kommen zusammen mit den Partikeln auf Gesamtkosten von 9,50 für den zweiten Tag.
Bitte verwendet nie irgendwelche sogenannten „Futterboilies“ (egal von welchem Hersteller)! Dies sind in der Regel nur Überproduktionen aus der Boilieindustrie, die meistens schon seit Ewigkeiten bei den Händlern lagen und keinen Wert mehr für den Fisch als solchen darstellen werden. Im Gegenteil sogar, der Fisch wird nach kürzerer Zeit merken, dass das eingebrachte Futter ihm nicht gut tut und den Platz womöglich sogar komplett meiden.
Bei Füttern selbst schränke ich den Fütterungsbereich nun etwas ein, indem etwa einen Meter vor dem Feld angefangen wird zu füttern (dies ist schließlich auch der zu befischende Bereich). Dazu füttere ich grobflächig nur noch rund vier Meter in das Seerosenfeld hinein. Ganz wichtig hierbei ist es die Boilies auch auf diese gesamte 5-Meter-Strecke zu verteilen, da die Karpfen nach den „Pralinen“ suchen sollen.
Würde ich sie auf einen Platz abkippen, hätte sie ein einzelner Fisch womöglich bereits innerhalb weniger Minuten eingesaugt. Außerdem erhalten wir dadurch den Vorteil, dass die Fische unvorsichtiger fressen, da sie immer kurze Strecken zurück legen müssen um die Boilies zu erhalten.
Futterkampagne, Tag 3
Wieder wird die Strategie ein wenig verändert, indem ich den Anteil Mais auf 2,5 Pfund herunter setze und gleichzeitig den Anteil an Boilies auf 2,5 Pfund erhöhe. Somit habe ich 2/3 der gefütterten Masse als relativ selektives Futter, das nun durch Mais noch ergänzt wird.Die Kosten für Mais belaufen sich dann auf 1,25 Euro, die für Tigernüsse sind mit 2,50 Euro gleich bleibend. Durch die Erhöhung der Boiliemenge auf 2,5 Pfund erhalten wir Kosten von 8,38 Euro. Daraus ergibt sich ein Gesamtpreis von 1,25 Euro (Mais) + 2,50 Euro (Tigernüsse) + 8,38 Euro (Boilies) = 12,13 Euro für den dritten Tag.
Dieser Tag ist also rechnerisch der „teuerste“ Tag zum Füttern. Da wir aber am nächsten Tag mit dem Füttern pausieren werden, kann der Anteil an langsamer verdaulichen Ködern ruhig erhöht werden. Außerdem haben wir durch das Füttern selektiver Köder die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir am Tag des Angelns auch die gewünschten Fische am Platz haben werden.
Der befütterte Platz wird ebenfalls weiter verkleinert, in dem wir zwar immer noch einen Meter ausserhalb des Platzes anfangen zu füttern, aber nun nur noch etwa 1½ Meter in das Seerosenfeld hinein gehen. Dass wir weiterhin in das Feld hinein füttern hat den ganz einfachen Sinn, dass die Fische „innen“ beruhigt fressen können, da sie dort nicht eine so große Gefahr zu erwarten haben, wie im „Freiwasser“.
Die Karpfen fressen sich also also idealerweise aus dem Feld nach draussen und haben die ersten zwei Meter vollkommenes Vertrauen in das Futter entwickelt, bis sie am Ende auf den Hakenköder treffen werden.
Futterkampagne, Tag 4
Am vierten Tag wird das Füttern ausgesetzt, da zu erwarten ist, dass die Fische teilweise noch mit dem Verdauen der Köder beschäftigt sind. Im Idealfall verlassen die Fische den Platz nicht und verweilen dort. Falls sie doch wandern werden, sollten sie aber zumindest am nächsten Tag den Platz erneut aufsuchen, da sie zu erwarten haben, dass es dort wieder etwas zu fressen für sie geben wird.Diese Zeit habe ich wieder aus dem ungefähren Verdauungszeitpunkt eines Karpfens bestimmt, der laut Dr. Arlinghaus zwischen vier und 48 Stunden bei einer Wassertemparatur von 20–26°C liegt. Der Idealfall sieht sogar vor, dass die Karpfen die „teils verdauten“ Tigernüsse erneut auf dem Platz oder zumindest in der Nähe des Futterplatzes fressen werden, wodurch wir ohne zu füttern eine erneute Platzbindung erreicht haben (ich würde aber definitiv nicht darauf bauen
)
Futterkampagne, Tag 5 - Tag der Entscheidung
Der fünfte Tag soll also unser Angeltag sein. Wie man diesen dann mit den zuvor geschaffenen Bedingungen angeht, damit das Ergebnis so aussieht wie auf dem Bild nebenan, lest ihr in einem weiteren Bericht.
Bis dahin viel Spaß beim Füttern,
Euer Palimo